Gabi_in_Japan

Hochzeitseinladung nach Japan durch Ayako Suzumura; sie kam 1999 bis 2000 aus einem anderen Kulturkreis, um Deutschland zu erleben, jetzt werden wir begreifen, wie das ist, sich in einer anderen Welt zurecht zu finden. Tokyo - japanische traditionelle Hochzeit nach Shinto-Ritus, Reise durch Westjapan bis nach Hiroshima - 15 Tage offen sein für etwas ganz Neues

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Standort: Bornheim, NRW, Germany

24 November 2006

Zurück in Deutschland

So, inzwischen sind wir ausgeschlafen und der Alltag hat uns wieder eingeholt. Aber nachts holt mich Japan noch ein, ich träume noch von der Landschaft, dem Leben und den Menschen, die wir erleben durften!
Hiroyuki und Ayako haben uns wieder mit dem Leihwagen nach Narita gefahren. Die Stimmung war etwas gedrückt. Auf dem Flughafen gab es lange Schlangen eim einchecken; aber ein Schalter war extra für Kunden, die schon online eingescheckt hatten; so brauchten wir überhaupt nicht anzustehen, sondern konnten sofort die Koffer abgeben. Nun kamen die schlimmsten Minuten, denn so dazusitzen und die Trennung vor sich herzuschieben ist grausam. Philipp wurde zwischenduch von keinen japanischen Schulkindern interviewt; eine sehr sinnvolle Übung, die den Schülern auch ein schönes Erfolgserlebnis verschaffte: sie wurden verstanden und sie verstanden die Antworten. Was Philipp am Besten gefallen hat? Nach langem Überlegen meinte Philipp zum Erstaunen der Schüler, japanische Nudelsuppe!
Philipp bekam von Hiroyuki noch einen japanischen Abakus und ich von Ayako japanische Badezusätze. Dann endgültiger Abschied.
Die Boing 777 war etwas neuer als die 747 vom Hinflug. Jeder von uns hatte seinen eigenen Monitor und konnte über ein interaktives Menü wählen zwischen Fluginformationen, einer langen Liste von aktuellen und älteren Filmen, Musik und vielem mehr. Ich habe während der 11 1/2 Stunden Rückflug 3 Filme geschaut, natürlich auf englisch. Während der Hinflug nur 10 1/2 Stunden dauerte, da wir als Hilfe den Jetstream hatten, brauchten wir nun mehr, da dieser nun uns entgegen kam. Unsere Flugroute war deshalb etwas anders, und die Flughöhe höher, 12 statt 10 kim Höhe. Reisegeschwindigkeit bis zu 900 km/h! Das muss man sich mal überlegen, man merkt davon fast nichts - im Auto finde ich 150 schon als Rasen!
Philipps und meine Kondition war ziemlich gut bis zur Landung in Shiphol. ABer dann kam ein Aufenthalt von 3 1/2 Stunden bis zum Weiterflug nach Köln. Da kam dann der Hammer und wir haben die zeit fast schlafend verbracht. Der nächtliche Flug nach Köln war angenehm, wir kamen über Siegburg rein bei wolkenfreiem Himmel.
Und da stand dann auch schon unser Abholkommitèe Ina und Klaus und schlossen uns in die Arme.
Zuhause nur kurz ausgepackt, dann ins Bett und Philipp mit Ina nach Hause.
Am Montag habe ich dann eigentlich ganz gut durchgehalten - bis 15 Uhr, dann holte mich der Jetlag ein. Habe noch bis 8 durchghalten, dann 12 Stunden geschlafen.
Ja, irgendwie komisch, dass wir auf der anderen Seite der Erde waren und jetzt ist alles vorbei.
Na, vielleicht nicht ganz, denn Ayako hat schon gefragt, ob ich mit Klaus noch einmal kommen würde!

18 November 2006

Hiroshima und Rückkehr nach Misonukuchi/Kawasaki

So, nun sitzen wir auf gepackten Koffern, und haben doch die letzten Tage noch nicht ganz verarbeitet. Wir brennen gerade die Bilder alle für Ayako, was haben wir fotografiert!
Morgen früh werden Hiroyuki und Ayako wieder mit einem Mietwagen hier erswcheinen und uns samt den Koffern nach Narita fahren.
Im Internet-Checkin haben wir 30 Stunden vor Abflug unsere Bordkarte bestellt, aber dieses Mal wird Philipp wohl seine Beine Abschrauben müssen, wenn es in
der 777 zurück nach Amsterdam geht. Die letzten beiden Plätze, die nebeneinander lagen, waren rechts, Fensterplatz und daneben. An den Notausstiegen war schon alles besetzt. Überhaupt schein die Maschine ziemlich voll zu sein.
Heute früh haben wir in Hiroshima im 33 Stock des Hotels gefrühstückt mit einem faszinierenden Ausblick über die Burg und die Stadt. Anschließend ging es um den Häuserblock herum zum A-bomb-dome; die Geschichte wird hier anhand von Informationstafeln mit Text und Bildern aufgearbeitet. Schulkinder in ganz Japan basteln für den Friedenspark Kraniche, die eigentlich das Tier für die Gesundheit sind; aber Tauben kann man nicht in Oregami bastel, also haben wir hier Kranich-Friedenstauben. Ungefähr 500m von unserem Hotel entfernt war das Hypo-center des Abwurfs. Irgendwie schon ein ganz merkwürdiges Gefühl, nichts ist hier älter als 60 Jahre!
Übrigens - hier blühen die Rosen, die Kamelien und der Oleander mitten im November!
Mittags ging es zurück zum Bahnhof; Hiroyuki und Tamako flogen zurück nach Tokyo-Haneda; Ayako und wir nahmen wieder den Shinkansen bis Shin-Osaka, dann einen weiteren bis Shin-Yokohama. Also, Shin heißt "neu", ALso sind das die neuen Bahnhöfe, und Shinkansen heißt: "neue Fahrstrecke". Wir haben wieder im gleichen Hotel eingecheckt. Hiroyuki war schon mit unseren anderen Koffern da, auch Tamaki kam noch vorbei und machte uns eine schöne Überraschung mit: nun müssen die Koffer noch kunstvoller gepackt werden. Abendessen ist eine Nudelsuppe mit Stäbchen; das können wir nun schon ziemlich gut - Schlürfen ist dabei in Japan erlaubt!
Habt ihr gemerkt, den gestrigen Tag habe ich noch garnicht erwähnt - folgt später.

17 November 2006

Nagoya, Nara, Kyoto - wir sind wieder online

Also, wir waren nun in Kuwana, im Haus von Ayakos Eltern, einem richtigen japanischen Haus. Das fängt mit dem Eingang an, du stellst deine Schuhe vor der Stufe mit dem Spitzen Richtung Draußen ab und steigst zwei Stufen hinauf in den Wohnbereich. Dort stehen evtl. Hauslatschen. Ein gutes japanisches Haus hat ein japanisches Tatamimattenzimmer, das in unserem Fall zum Gästezimmer wurde. Das Leben spielt sich in einer größeren Wohnküche ab. Hier befindet sich sozusagen Esszimmer und Küche und Fernsehzimmer in einem. Dann gibt es noch eine Toilette, wenn man die betritt, muss man zuerst Schluffen anziehen, die an der Toilettentür stehen, und die man beim Verlassen der Örtlichkeit wieder stehen lässt. Daneben gibt es ein Bad. Da ist die Duscharmatur etwa 40 cm oberhalb des Bodens, der Boden hat einen Ablauf und hier duscht man im Hocken, macht sich sauber, bevor man in die heiße Badewanne steigt. Diese ist tief in den Boden eingelassen und so breit wir unsere Wannen, aber nur halb so lang! Man hockt darin. Und das Wasser ist heiß, ca. 40 Grad. Sauberkeit und Baden sind hier sehr groß geschrieben, was sich auch in der Toilettenkultur zeigt. Öffentliche Toiletten sich hier der Hit, sauber, gut riechend (habe erst eine Ausnahme kennen gelernt, und wir suchen viele auf ;-)) . Zurück zum Haus. Ein japanisches Haus hat meist ein Obergeschoß, das eine kleinere Grundfläche als das Untergeschoß hat; dort sind weitere Räume, Schlafzimmer und andere; bei Ayakos Eltern gibt es ein Musikzimmer mit Flügel. Ich habe gefragt, wie denn der Flügel in den ersten Stock gekommen ist: ja, da wurde ein Fenster ausgebaut und der Flügel mit einem Kran hinein gehoben, dann das Fenster wieder rein!
Das japanische Haus ist fast so groß wie das Grundstück, die Mauer des Anwesens geht ca. ½ m am Haus entlang, daneben das Nachbargrundstück. Sind die Häuser auf dem Land, findet sich neben dem Haus oft Reisfeld, in höheren Lagen auch einige Teereihen, Gemüsefeldchen. Auch in Tokyo haben wir das in den Vororten gesehen, manchmal nur wenige qm groß.
So, schlafen sollten wir nun im Tatamizimmer, 8 Tatamimatten groß, mit Ahnenschrein und Wandschrank. So wurde zum Abend dann das Bettzeug, eine Matraze, Kopfkissen und Plumeau aus dem Schrank geholt und mitten im Zimmer auf dem Boden ausgebreitet. Ein etwas hartes Bett, Campingfeeling, aber warm.
Am nächsten Morgen – inzwischen ist es Dienstag - gab es ein „westliches“ Frühstück, weiche Brötchen, Butter, Marmelade, Schinken, aber japanisch angehaucht mit Stäbchen, Obst und Salat, dazu grünen Tee.
Ayakos Mutter wollte uns Nagoya zeigen, also ging es per Nissan (=made in Japan) March auf vollen Straßen ca. eine Stunde dort hin. Sie führte uns zunächst zur Burg von Nagoya, einer Anlage aus dem 8. Jahrhundert. 1945 brannte der gesamte Komplex nieder, zwei Türme wurden 1959 wieder aufgebaut, der Palast wurde rekonstuiert, gerettete Schiebetüren mit Malereien und anderes wird heute ausgestellt und eine völlige Rekonstruktion ist geplant. Bei Sonnenschein und Kühle haben wir einen Rundgang gemacht, aber es war ausgesprochen diesig, was man Blick von der Aussichtplattform dann merkte. Aber die Farben der sich rot färbenden Bäume ergaben neben dem Dunkelgrün der Kiefern und dem Hellgrün des Bambus eine wunderschöne Komposition. Ayako und ihre Mutter waren mit uns selber zum ersten Mal in der Anlage; wie das so ist, das Besondere im eigenen Land/Stadt hat man selber auch nur mit Gästen erlebt, oder?
Am frühen Nachmittag gab es dann Mittagesssen: japanische Schnitzel! Das ist paniertes Schweinefleisch, aber zerschnitten, wird mit Krautsalat gereicht, dazu Reis, und mit Stäbchen gegessen. In dieser Technik sind Philipp und ich inzwischen ziemlich gut! Philipp hat die Variante „Curry“ probiert, d.h. mit indischem Einschlag.
Da wir in einer Gegend mit Second hand Läden waren, bot sich die Suche nach second-hand Kimonos an. Wir haben einen schnuckeligen sauberen Laden mit einem riesigen Angebot gefunden und auch sehr preisgünstig unsere Einkäufe tätigen können. Als wir am Abend dann zu Ayakos Oma gefahren waren, die nahe der Rennstrecke in Suzuka lebt, hat diese, eine Expertin für Kimonos, uns zu unserem Einkauf gratuliert!
Auf dem Heimweg hat Philipp dann über Übelkeit geklagt, auch mein und Ayakos Magen war nicht in Ordnung. Philipp hatte dann eine „üble“ Nacht hinter sich und brauchte auch heute – Mittwoch – noch den ganzen Tag, um sich zu erholen.
Heute früh erfuhren wir dann, dass Ayakos Mutter uns mit dem Auto nach Nara zu ihrer Schwester fahren würde. Nara liegt mehr landeinwärts, Richtung Kyoto. Wir brauchten fast 2 Stunden für die Fahrt; Ayako führte uns an einem Fluss entlang, an dem sie schon mal Paddler gesehen hatte. Wie alle Flüsse bisher, hatte er wenig Wasser, aber riesige Flächen für mehr Wasser. Wir sind auf dem Weg über einen Gebirgszug – wie Schwarzwald, aber mit anderen Baumsorten, u.a. Bambus - gefahren; Nara liegt auf einer Hochebene und ist umschlossen von Gebirgsketten. Nara ist die erste offizielle Residenzstadt eines japanischen Kaisers (Tenno).
Nara: Ayakos Tante ist sehr lieb. Nach einem erfrischenden grünen Tee und einem ersten „Beschnüffeln“ lud sie uns in ihr Auto und es ging hinein nach Nara, einmal durch die Stadt auf die andere Seite zum Nara-Park. Hier laufen zahme Rehe durch den Park, hier als Glücksbringer angesehen. Sie dürfen gefüttert werden mit Spezialkeksen, die man im Park kaufen muss. Philipp und Ayako hatten ihre Freunde an den Tieren. Es muss Generationen gedauert haben, bis die Rehe so zahm geworden sind. Es gibt keinen Zaun um den Park, in den angrenzenden Stadtteilen muss man halt mit Damwild auf der Strasse rechnen. Durch den Park ging es Richtung alter Stadt, Häuser unbestimmten Alters, man fühlte sich fast wie um Jahrhunderte zurück versetzt – wäre da nicht ein Geschäftstreiben wie auf einem Jahrmarkt gewesen. In jedem der alten Häuser war ein Laden um Erdgeschoss, das alles was das Touristenherz begehrt, anbot. Unser Weg folgte dem Hauptstrom dieser besagten Touristen, durch ein riesiges Tor zum Todaij-Schrein. Dies ist ein buddistischer Schrein, der eine große sitzende Buddafigur beherbergt. Wir waren wohl mit die letzten Besucher dieses Tages imTempel, mit Sonnenuntergang - ca. 16:30) schließen hier alle Pforten. Der Sonnenuntergang war sehr schön, und um ihn besser sehen zu können, begaben wir uns höher auf den Berg, wo andere alte Wohnhäuser (die auch heute noch bewohnt sind, teuere Wohnlage!) und mit balkonartigem Umhang ein Ninja-Schrein stehen. Herrliche Sonnenuntergangsfotos sind hier entstanden. In der schnell einsetzenden Dunkelheit ging es durch den großen Park zurück zum Auto. Ayakos Tante hat uns dann in einen anderen Teil der Altstadt geführt zum Abendessen; da es sich herumgesprochen hatte, dass Fisch nicht zu unseren Leibgerichten gehört, gab es einen Kurs in Rezepten rund um Tofu. Philipp verzichtete wegen seines immer noch angeschlagenen Magens bis auf den Tee auf alle Gänge. Die Möglichkeiten, Tofu zuzubereiten sind schon sehr vielfältig, trafen aber nicht immer meinen Geschmack. Aber ich habe alles probiert und konnte alles essen. Als Abschluss wurde frisch geriebener Apfel gereicht, speziell für Philipp, der wohl Mitleid erregte. Jetzt ging es zum Hotel nach Kishihara, ungefähr 45 Minuten Autofahrt südlich von Nara. Hier waren wir, Ayakos Mutter und sie, Philipp und ich, in einer Suite! Also, 2 Schlafzimmer, zwei Bäder, eine Küche, ein Wohnzimmer, drei Toiletten - und Onsen im Haus. Wir waren sprachlos. Natürlich haben wir das japanische Bad genutzt, zumindest wir drei Frauen.
Donnerstag – früh aufgestanden. Philipp hatte in der Nacht ziemliche Kopfschmerzen, was wohl eine Folge der Magenprobleme und von zu wenig Trinken war - er hatte also eine besonders kurze Nacht. Frühstück war größtenteils als japanisches Büfett aufgebaut, was eigentlich das gleiche war, was man so zu Abend isst. Also Reis, Gemüse, Fisch in vielen Variationen, Salat, Tofu etc. In einer Ecke gab es dann auch weiche Brötchen, Margarine, Rührei und Marmelade. So war das Frühstück gerettet. Anschließend ging es mit der Bahn nach Kyoto, eine Fahrtzeit per Expresszug von einer Stunde. Auf unserem Plan stand: Zen-Garten, Einkaufsstrasse (alt), Kaiserpalast und ein Schrein hoch am Berg in einem Waldgebiet. Philipp und ich wären wohl in Tokyo-Manier zu Fuß gegangen, aber unsere drei kleinen Japanerinnen hatten da Bedenken. Das Ganze wäre nur per U-Bahn und Bus zu schaffen; im Ende waren allerdings auch Philipps und mein Rücken „durchgebrochen“ und wir für die Busfahrt zum Kyoter Bahnhof doch dankbar.
Also wie das Bahn fahren in Japan geht, wissen wir jetzt. U-Bahn fahren hatten wir schon in Tokyo geübt. Ohne Probleme haben wir uns also in den Plänen der Kyoter U-Bahn zurechtgefunden, unsere Tickets gelöst und auch den richtigen Bahnsteig gefunden. Ayakos Mutter wartete auf ihre Schwester und kam zum Daito(?)-Schrein nach. Dies ist der älteste buddistische Schrein nach Zen-Ritus in Japan. Die Tempelanlage hat eine enorme Ausdehnung, neben kleinen Zen-Gärten gibt es Moosgärten, Moos, das hier den Rasen ersetzt. In der Anlage wurde gerade eine Teezeremonie vorbereitet, sodaß wir eine größere Anzahl Kimonoträgerinnen zu sehen bekamen. Aber auch Männer in traditionellen Gewändern wurden uns geboten. Wir haben wieder einmal zu viele Fotos gemacht!
Unser zweites Ziel war die Anlage des alten Kaiserpalastes in Kyoto. Leider kann man den nicht besichtigen, aber er ist auch von Außen schon eine beeindrcukenden Anlage, in einem schönen Garten gelegen, der von der Bevölkerung Kyotos als Freiluftoase genutzt wird. Mittagessen gab es bei Mc Donald, das sollte Philipps Magen heute vertragen. Ayakos Tante war das erste mal in einem Mäkes und war über den leckeren Salat mit Hühnerfiletstücken erstaunt. Na, wo es in Japan den Mc Donalds überall gegenwärtig findet, also etwas typisch Japanisches darstellt, müssen wir da ja auch einkehren ;-))
Mit der U-Bahn ging es nun zwei Stationen weiter, dann weg von der Hauptstrasse in eine Nebenstrasse, dorthin, wo die Kyotoer Bevölkerung einkaufen geht. Hier fanden wir uns in einer überdachten Straße wieder, wie wir sie schon in Asakura (Tokyo) gesehen hatten. Alles wurde hier angeboten, aber Hauptsächlich Lebensmittel, dazwischen aber auch Tee, Kleidung, Süßes, Porzellan und Keramik, alles was in einem Haushalt gebraucht wird.
Da es schon wieder 4 Uhr war, machten wir uns auf Richtung Berge, dort sind viele Schreine in einer Gartenlandschaft und zwischen alten Bauten eingestreut. Hier wimmelte es von Touristen. Trotzdem haben wir es geschafft, keinen von uns Fünfen (später Vieren, da Ayakos Tante nach Hause musste) zu verlieren. Durch die engen Gassen folgten wir mit Hilfe unseres Stadtplanes (eines japanischen, den Ayako ja lesen konnte) dem Weg bergauf. Unterwegs trafen wir eine „Touristen-Meika“, also eine wie eine Meika=Lehrgeisha gekleidete Japanerin, die natürlich ein beliebtes Fotomotiv abgab. Daneben trugen aber auch viele „normale“ Japanerinnen ihre Kimonos. Ich habe mit so vielen im Alltag hier nicht bgerechnet. Auch später auf dem Bahnhof, in den Geschäftstraßen fanden sich viele Kimonoträgerinnen.
Am Schrein kamen wir an, „just in Time“, nämlich zum Sonnenuntergang. Es war ein unvergessliches Erlebnis. Trotz Touristenrummels war es eine besondere Atmosphäre.
Jetzt mussten Philipp und ich zugeben, dass wir das Gefühl hatten, im Lendenwirbelbereich durchgebrochen zu sein. Also ging es bergab, und Ayakos Mutter steuerte die Busstation an. Wir hatten gedacht, bis zum Bahnhof wäre es nicht weit, hatten uns aber doch verschätzt. Der Anschluss Bahn war hervorragend, mit dem Expresszug ging es wieder nach Kishihara. Abendbrot gab es in Form einer Nudelsuppe, die wie immer in Japan mit Stäbchen gegessen wurde und Ayako und ich schlossen den Tag mit einem Besuch im Bad, im Onsen ab.

14 November 2006

Schlafen in einem Ryokan ist ganz wunderbar, ein wenig wie Hotel, ein wenig wie Camping. Diese Tatamimatten sind fest und doch weich und Bodenwarm. Ich habe hervorragend geschlafen, Philipp musste wegen meines Schnarchens wohl mehrfach seine Mutter anstubsen, damit diese wieder leise war. Der Kerl tut mir Leid, aber ich wusste nicht, dass ich so laut schnaufe, oder Schnarchen. Und ich weiß nicht, was man dagegen machen soll.
Nun, in Takayama ist der Winter, bzw. Spätherbst mit dem ersten Schnee des Jahres eingetroffen. Im Ryokan waren die Zimmer schön geheizt, aber draußen war es eisig, obwohl der Schnee nicht liegen geblieben war. Heute früh gab es japanisches Frühstück; Philipp und ich haben das erste Mal gestreikt. Wir beide essen ja sowieso schon morgens wenig, aber Fisch und Fischsuppe, Gemüse mit Fischbeilage und einiges, von dem wir nicht wissen, was es war – nun nett sah es ja aus – wir haben uns an Reis pur und grünem Tee gütlich getan. Ayako und Tomaki hat das köstlich amüsiert. Gut eingepackt ging es dann noch einmal durch die Stadt, einen Wochenmarkt aufsuchen, der entlang des Flusses Miyagawa stattfand. Hauptsächlich Lebensmittel wurden angeboten, was das aber war, konnte nur zum Teil festgestellt werden. Paprika und Äpfel waren noch leicht zu identifizieren, ebenso diverse getrocknete Fische, aber… Außerdem wurden viele diverse „Charms“ , Glücksbringer, angeboten, Esstäbchen und andere Holzteile, Schüsseln, Löffel, lackiert oder natur. Der Fluss hatte Niedrigwasser, aber ich bin sicher, hier geht bei der Schneeschmelze die Post ab! Kleine und größere Blöcke , eine Fischtreppe, aber kanalisierter Fluss.
Um 20 vor 10 ging unsere Bahn dann von Tayama nach Nagoya zurück. Über Nacht sind die gestern noch recht grünen Wälder plötzlich gelb und rot! Wir haben die Bahnfahrt hinunter aus den Bergen entlang des Miyagawa noch einmal genossen bei herrlichstem Sonnenschein.
In Nagoya sind wir umgestiegen nach Kuwana (nahe Suzuka); dort hat uns Ayakos Vater mit dem Auto abgeholt. Er hat sich den heutigen Tag extra frei genommen. Zunächst war die Eltern sehr befangen, weil sie Angst hatten; sie verstehen weder deutsch noch englisch. Aber Ayako machte ihre Sache als Übersetzerin sehr gut und die Stimmung wurde zusehends lockerer. Zunächst haben wir gegessen, nein, keinen Fisch. Die Eltern hatten Brot, Schinken, Butter, Salat, Bratwürstchen, die wollten sie erst kochen wollten. Aber Ayako hat mich dann gebeten zu helfen und wir haben sie dann gebraten, was ein voller Erfolg war, weil es auch den japanischen Gaumen so sehr gut schmeckte. Die Meldung, dass wir keine Fischfreunde sind, war also eingetroffen, obwohl wir bei der Hochzeit und gestern abend tapfer alles probiert hatten.
Das Tischgespräch wurde mit der Zeit immer lebhafter, die Spannung fiel ab; es folgte ein Besuch in einem Einkaufszentrum, in dem es auch Kimonos gab, und dann wurde das Abendessen zubereitet, eine Art Fleisch-Gemüse-Eintopf, der nach und nach auf dem Tisch zubereitet wurde, etwas ganz köstliches. Ayako meinte, in Japan ist das ein Essen, das alle mögen; auch wir beiden Deutschen sollten das feststellen.
Die Zeit verging wie im Fluge, Bilder wurden angeschaut, Geschichten erzählt und unsere Übersetzerin Ayako hatte viel zu tun, allerdings machte sie es auch sehr gut.
Philipp und ich sind nun im japanischen Zimmer untergebracht, wir haben geduscht, japanisch im Hocken. Jetzt liegen wir auf den Tatamimatten auf dem Boden in einem recht kühlen Zimmer. So was wie Zentralheizung kennt man nicht in Japan. Es gibt nur elektrische Heizöfchen. Es geht auf Mitternacht zu und wir dürfen morgen ausschlafen.

12 November 2006

Fuji, Schinkansen, Berge, Ryokan und Onsen

Wider Erwarten haben wir hier im Ryokan Internetempfang: Philipp hat zwei wireless
Lan angezeigt bekommen, eines davon ohne Kennworteingabe. So sind wir online, ohne den „Spender“ zu kennen.
Heute früh war „Frühaufstehen“ angesagt, 7 Uhr schon Frühstück, halb acht ging es mit Ayako per Bahn schon Richtung Yokohama. Auf dem Schinkansen-Bahnhof trafen wir dann auch Tamaki, die zwei Tage mitfährt. In kurzer Zeit – die Zeit verging wie im Fluge -ging es mit dem Schinkansen nach Nagoya; und der Fuji zeigte sich heute von seiner schönsten Seite, selbst der neue Nebenkrater einer Seiteneruption von vor ein paar Jahre, war klar vor dem blauen Himmel zu sehen, nur wenige Wolken umspielten den schneeweißen Gipfel. Ein älterer Japaner gab Philipp Tipps bei Fotografieren, ließ ihn sogar auf seinen Sitzplatz, da wir vier auf der „falschen“ Seite saßen. Die Bahnlinie führt immer an der Küste entlang, die Berge rechts, immer wieder der Pazifik links zu sehen, Reisfelder, etwas höher Teeplantagen, die Häuser sind nur noch 1-2 Stockwerke hoch, ländlicher Raum, mit Ausnahme von ein paar Städten, die wir zumeist mit hoher Geschwindigkeit durchfuhren. Und immer wieder größere Areale Bambuswald, wobei die Stämme nicht so dünn sind wie mein Bambus zuhause, sondern schon Männerarmdicke und mehr.
In Nagoya mussten wir in einen normalen Zug umsteigen, jetzt ging es hinauf in die Berge. Die Flüsse, die hier dem Meer zustreben, haben wohl zu anderen Jahreszeiten ganz andere Wasserstände; augenblicklich mäandrieren sie zwischen ausgedehnten Sandbänken und hohen Deichen. Weiter hoch in den Bergen werden die Flüsse interessanter, die Berge steil, die Flusseinschnitte tief. Und hier haben wir tatsächlich an einer Stromschnelle Kajaker gesehen. Aber auch wird dort mit Holzbooten (etwas so groß wie Rafts) durch die Stromschnellen gesteuert. Die Temperatur fiel, die Berge wurden schroffer, die Flusseinschnitte bei diesem Wasserstand schönes Wildwasser, aber nicht zu schwer, bei anderem Wasser würde ich hier sicherlich nicht paddeln wollen. Schließlich sahen wir die Schneegrenze, frisch verschneite Bäume, eine gerade Grenze in den Bergen; und in Takayama angekommen, es fing an zu schneien!!!
Auf dem Bahnhof hat Philipp erst einmal Ayako seinen Schal gegeben, damit sie uns nicht erfriert. Zum Ryokan waren esdann nur ca. 5 Minuten zu Fuß.
Ein Ryokan ist ein kleines Hotel, ganz im japanischen Stil. Man betritt von der Straße einen keinen Hof, von dort geht es ins Haus, in eine Halle. Diese hat ein Podest aus Tatamimatten, die im ganzen Haus statt Teppischen liegen. Der Raum unterhalb der Podeststufe gilt als „draußen“; erst wenn man dazu aufgefordert wird, zieht man seine Schuhe aus und betritt das Podest und damit das Haus.
Zunächst haben wir nur unsere Koffer abgegeben und sind dann auf Empfehlung losgezogen, ein Mittagessen einzunehmen. Da Philipp Nudelsuppen mag, führten uns unsere bezaubernden Fremdenführerinnen in ein Nudelsuppen-Restaurant. Ab jetzt wir japanisch gegessen, Mc Donalds adé! Und die heiße Suppe mit japanischen Mie-Nudeln war köstlich, Apfelscheiben zur Nachspeise. Anschließend wurde die Stadt - der Regen war inzwischen zum Regen mutiert - erkundet. Takayama war zu Shoghunzeiten einer der Hauptverwaltungszentralen des Shoghuns Ta?? (muss ich nachschauen), der von Edo aus herrschte. Hier gibt es noch ganz alte Straßenzüge, und ein altes in traditioneller Bauweise errichtetes Kaufmannshaus (wo Philipp sich überall den Kopf anhauen konnte mit den Warenlagern. Zum Aufwärmen ging es in ein Cafe, in traditioneller Bauweise (Schuhe ausziehen, Kopf einziehen) mit Kakao und japanischen Kuchen und nachdem es schließlich auch dunkel wurde, zurück zum Ryokan. Hier haben wir dann den Onsen, das heiße Bad kennen gelernt, schön getrennt nach Geschlecht! Erst auf einem Hocker sitzende abseifen, abduschen, dann erst sauber in das 40 Grad heiße Wasser. Herrrrrlich!
Das Wasser kommt hier mit 32,5 Grad aus der Erde, wird dann noch weiter erwärmt bis 40 Grad. Lange kann man da nicht drin sitzen, aber es ist wirklich entspannend.
Um 7 Uhr gab es dann japanisches Abendessen, in vielen Gängen. Lange vor dem Ende der Gänge waren wir vier längst satt, obwohl es jedes Mal nur Kleinigkeiten gab, meist etwas mit Fisch. Der Reis kam erst beim vorletzten Gang. Ich habe noch nie so viel Fisch gegessen, und auf so viele Arten verändert (denaturiert), selbst Philipp wurde hat Fisch probiert – und war schließlich ebenso satt wie wir anderen.
Nach dem Abendessen, das sich über 2 Stunden hingezogen hatte, haben wir noch einmal den Onsen genossen; und Philipp hat seinen Bart abrasiert. Was hat das Ayako und Tamaki amüsiert, Philipp sähe so viel jünger aus!

Morgen gibt es japanisches Frühstück – um halb sieben. Dann geht es zurück nach Nagoya, von wo wir in Ayakos Heimatstadt fahren, wo uns ihre Eltern erwarten.

11 November 2006

Hochzeit in Japan

Der Morgen ging heute sehr ruhig los, um 10:30 Uhr kamen Hiroyuki und Ayako und holten unsere Koffer ab. Jetzt haben wir nur einen großen und einen kleinen Koffer für die Reise durch Japan. Dann hieß es umziehen für die Hochzeit. Dann holte mich eine andere Freundin von Ayako ab, um zum Schönheitssalon zu fahren, um Haare, Make-up und Nägel für die Hochzeit zu präparieren. Philipp hatte ncoh etwas Schonzeit und kam später alleine zum Schrein. Nachdem in der letzten Woche die Sonne mit viele Sonnenstunden und sommerlichen Temperaturen aufwartete, gab es heute eine geschlossenen Wolkendecke mit teilweise heftigen Regenschauern. Zwei der Schirme, die eigentlich als Gescheke gedacht waren, mussten heute für Philipp und mich den Dienst antreten.
Das Treffen der Verwandten und Freunde am Schrein war um 15:00 Uhr geplant. Das war im vorderen Schreinbereich; hier wurden die Papiere unterschrieben, wurden wir alle noch einmal in das Verhalten bei der Hochzeit eingeführt, und ganz pünktlich wurden wir vom Priester und Helfern abgeholt. Es ging in einer Prozession durch das Tor den Hauptschreins und ebenso pünktlich hat es aufgehört zu regenen. Es wurde aber (16:20) schon dunkel, im Innenhof des Schreins waren Fackeln und Lichter angezündet, es war eine wahnsinnig romantische Atmosphäre. Die Hochzeit fand in einem Seitenschrein statt, zwei Priester, zwei Helferinnen, ein Flötenspieler und ein Trommler. Alles war sehr ehrfürchtig, sehr spirituell. Nach der Trauungszeremonie ging die Prozession über den Haupthof zu einem anderen Nebengebäude, in dem im Untergeschoss die Fotografen ihrem Handwerk nachgingen. So wurde das obligatorische Gruppenfoto festgehalten; Dabei war es wohl nicht ganz einfach, den langen Philipp zu positionieren, aber as so ein richtiger Fotograf ist, der kriegt das schon hin.
Damit war die Hochzeit eigentlich beendet und jetzt folgte der lockerere Teil, allerdings auch sehr formell zunächst. In einem Minibus fuhr die Hochzeitsgesellschaft in den Outer Garden, einen zum Mejischrein gehörenden Areal. Dort herrscht die Hochzeitsindustrie, aber in einem wohlgeordneten Rahmen. Da an diesem Tag viele Hochzeiten stattfanden, der heutige Tag ist laut Sterndeutern sehr Glück-versprechend), herrschte hier Hochbetrieb. Neben den Bräuten in traditionellem weißen Hochzeitskimono gab es auch einige in europäischen weißen Brautkleidern, eine Sitte, die hier in Japan immer mehr Verbreitung findet. Bevor man aus dem Bus aussteigen durfte, wurde der nächste Treffpunkt angesagt. Hier wurden die Sitzkarten mit Menüauflistung verteilt, nachdem man sich im Gästebuch eingetragen hatte. Unsere, d.h. Philipps, Helgas (Ayakos Deutschlehrerin) und meine Karte war auf Deutsch! (…und mein Name lautete: Gabliele) Dann wurde man in den Garten geführt, wo wieder Fotos gemacht werden konnten, ehe es in den Salon d’Emile ging, wo die Tische schon gedeckt waren.
Nach einer kurzen Ansprache und dem Öffnen eines Sakefasses durch die Brautleute, wurden in kurzen Abständen neue Gänge auf die Tische gebracht, immer eine Kleinigkeit, ein Augenschmaus, und wir haben fast alles zumindest probiert. Ich glaube es war ganz gut, dass wir nicht immer wussten, was da auf unserem Teller lag. Es gab 3 Vorführungen: Ayakos Freundin Tamaki führte einen japanischen Fächertanz vor, Hiroyuki sang Karaoke zusammen mit seinen Freunden ein Lied, und dann wurde per Beamer Bilder der Brautleute von Babyalter bis zur Verlobung gezeigt, dabei auch zwei Bilder von Ayako in Deutschland –beim Paddeln.
Zum Abschluss gab es dann noch Überraschungen für uns; zunächst bekam jeder Gast eine Papiertasche mit einem ganz individuellen Geschenk, und dann kam Ayakos Oma nach vorne und brachte zwei Brautkimonos in Puppengröße auf kleinen Kimonokleiderstangen mit. Diese kleinen Kimonos hatte sie selber genäht und schenkte sie mir als Dank dafür, dass ich Ayako so gut in Deutschland behandelt hatte und dass ich jetzt auch zu ihrer Hochzeit gekommen bin. Den anderen kleinen Kimono bekam die Mutter Hiroyukis geschenkt. Ich war völlig fertig.
Da alles bei den Japanern gut durchgeplant ist, verabschiedeten sich die Brautleute pünktlich um 9 Uhr bei den Gästen, ein sehr freundlicher Rausschmiss. Ein Taxi brachte uns zur U-Bahn, von dort kannten wir den Weg zurück ins Hotel wieder alleine.
So, neue Bilder hat Philipp wieder hochgeladen und sie sind unter dieser Adresse zu finden:
http://sharepoint.mwfserver.de/pkone/Japan/index.php?start=89

10 November 2006

Wohnen in Japan

Heute früh haben wir uns in Google Earth angeschaut, wie wir zu Ayako kommen. Philipp hat dann Fotos vom Bildschirm gemacht und mit dieser digitalen Karte als Orientierungshilfe hat er mich durch die Gegend geführt. Irgendwie funktioniert mein eingebauter Navi hier auf der anderen Seite der Erde nicht zuverlässig, Philipps ist da sehr viel besser. Wir haben tatsächlich das Haus gefunden. Die Wohnung ist im 1. Stock, 5.+6. Fenster von rechts. Dann haben wir die Gegend bis zum Fluss durchstreift und japanisches Wohnen (von Außen) erfahren, keine Hochhäuser, sondern Einfamilienhäuser, die Grundfläche oft nur doppelt so groß wie eine Garage, Bonsai-Gärten, meist Erdgeschoss mit einem Obergeschoss, selten zwei. Einen Bach haben wir entdeckt, der mit einer Straße überbaut war, kanalisiert, aber mit kleinen und großen 40-60 cm langen) Fischen bestückt. Auch der Fluss ist kanalisiert, allerdings mäandriert er in riesigen Kiesbänken dahin, was auf erstaunlich hohe Wasserstände wohl zur Schneeschmelze hinweist. (17:30 Uhr)
(23:30) So, jetzt schreibe ich weiter. Wir sind eine Weile entlang des Flusses gelaufen. Wie entlang des Sumida Flusses finden sich auch hier die Obdachlosen unter den Brücken. Zurück durch Wohngebiete fanden wir den Weg zum Hotel. Das waren wieder eine ganze Reihe von Kilometern geworden; ich habe dann geschlafen, Philipp saß am Laptop.
Um kurz vor sechs haben wir uns dann wieder auf den Weg zu Ayako gemacht, 25 Minuten zu Fuß. Hiroyuki hat gekocht, auch Tamaki war da und hatte noch Fleisch mitgebracht; es gab idisch-japanisches Curry, sehr lecker! Als Nachspeise hatte Tamaki noch einen Schokoladenkuchen gebacken, der ebenso lecker war. Gegessen haben wir wieder im Knien auf Kissen im Tatamimattenzimmer. Wir bzw. unsere Beine, gewöhnen uns an diese Art des Sitzens. Unsere Unterhaltung lief englisch – deutsch – japanisch. Ayako und Hiroyuki wünschen sich auch eine Katze, also hatte Philipp genug Gesprächsstoff.
Schon wieder ist es Mitternacht, die Zeit vergeht hier wie im Fluge. Halbzeit ist es und der Hauptgrund für diese Reise steht bevor!